Begrünte Trennwand

Gute Luft und Feinstaub

Viele von euch kennen die Bilder von 2015 und früher, als so gut wie alle chinesischen Städte in dichte Smogwolken gehüllt waren und man teilweise die Nachbargebäude nur erahnen konnte. Durch die rücksichtslose Industrialisierung der letzten Jahrzehnte hat China es zur wirtschaftsmacht gebracht. Doch immer deutlicher traten die negativen Auswirkungen zu Tage. Schlechte Luft, dreckige Abwässer und so weiter. Mit der Olympiade von 2008 setzte in China bezüglich der schlechten Umweltbedingungen ein Umdenken statt. Es konnte nicht so weiter gehen. Zudem man China, vor allem während der Olympiade, nicht dreckig und in Smog gehüllt präsentieren wollte.

Ein erster Schritt bestand darin, dass man viele der mehr als veralteten Kohlekraftwerke kurzerhand stillgelegt und abgerissen hatte. Diese wurden häufig durch moderne und sauberere Anlagen ersetzt oder durch Gaskraftwerke ausgetauscht. Speziell die Feinstaubemissionen sind dadurch deutlich zurück gegangen. Im Zuge der nationalen Bestrebungen zu einer saubereren Zukunft wurde auch der Verkehr ins Auge gefasst. In den Städten wurde vor allem in den batterieelektrischen sowie Gasantrieb investiert. Zuerst wurden vor allem LKWs mit Erdgasantrieb bevorzugt behandelt sowie Taxis durch Erdgasflotten ersetzt. In einigen Bezirken erhielten LKWs mit Dieselantrieb Tagfahrverbote und konnten nur nachts fahren. Zudem wurden die öffentlichen Verkehrssysteme massiv ausgebaut. 

In allen großen Städten Chinas gibt es ein gut ausgebautes U-Bahnsystem. Viele davon zählen zu den längsten der Welt. Shanghai und Beijing belegen die Plätze eins und zwei in der weltweiten Statistik. Und jedes Jahr kommen weitere U-Bahnlinien hinzu. Hinzu kommt das bereits sehr gut ausgebaute Busliniennetz. Die meisten Busse fahren batterieelektrisch und ersetzen langsam die Erdgasflotten. Auch gibt es bereits vereinzelte Batterieelektrische Reisebuslinien. Erste schwere LKW mit Batterieantrieb (mit Wechselakkus) sind bereits im Testbetrieb.

  • Begrünte Trennwand
  • Viel Grün entlang der Straße inkl. begrünter Brücke
  • Netze zum Schutz vor Staub werden ausgelegt
  • Bäume im Mittelstreifen einer vierspurigen Straße
  • Blauer Himmel in Guangzhou
  • Blauer Himmel in Guangzhou
  • Blauer Himmel in Guangzhou
  • Begrünte Trennwand
  • Grüner Mittelstreifen

Die massive Förderung des Staates für elektrische Fahrzeuge macht auch private PKW mit elektrischem Antrieb für die Kunden attraktiv. In Guangzhou ist die Stadtverwaltung komplett elektrisch unterwegs und auch viele innerstädtische Transportunternehmen fahren vollelektrische Transporter und leichte LKW. Subventionen für Bus, U-Bahn und den Zugverkehr machen die öffentlichen Verkehrsmittel noch einmal attraktiver. Busse im 15 Minuten Takt, saubere und auf die Minute pünktliche Schnellzüge. Dazu zuverlässig und stressfrei. Allem in Allem sehr gut ausgebaut und günstig. Dies führt dazu, dass Autos zwar weiterhin als Statussymbol zählen, jedoch häufig überflüssig sind. In Städten wie Beijing, Shanghai oder Guangzhou gibt es weiterhin zahlreiche Staus während der Hauptverkehrszeiten und machen das Autofahren unattraktiv. 

Angenehmer ist es mit dem E-Bike, E-Roller oder mit den Öffis zu fahren. Doch auch elektrisch betriebene Fahrzeuge, sowie Erdgasautos/LKWs emittieren Feinstaub. Bremsabrieb und Reifen hinterlassen trotzdem weiterhin schädliche Staubpartikel. Doch auch hier versucht die Regierung durch gezielte Maßnahmen die Emissionen zu verringern. Die Hauptverkehrsachsen werden teilweise mehrfach täglich von der Straßenmeisterei gereinigt. Auch ist ein ganzes Heer von Straßenreinigern im Einsatz, um Abfall zu sammeln, sowie Gehwege sowie Straßenkanten Staub und schmutzfrei zu halten. Ein weiteres positives Bild zeichnen die Stadtplaner beim Bau neuer Straßen. Diese sind von Bäumen gesäumt und sofern der Platz dafür da ist, auch mittig mit einem Grünstreifen getrennt. Vor allem im Sommer heizen die Städte dadurch weniger auf und zeitgleich absorbiert das viele Grün zum Teil auch den schadhaften Feinstaub.

Bei Baustellen oder brachliegendem Abrissschutt werden Netze über den Aushub oder Schutz gelegt, um den Wind daran zu hindern Staub aufzuwirbeln. Begrünte Sichtschutzwände entlang der Gehwege und Straßen minimieren ebenfalls anfallenden Staub und tragen zur Kühlung an heißen Tagen bei.

All diese Maßnahmen zusammen sorgen für saubere Luft und saubere Städte. Tage mit Smog gehören jetzt schon in vielen Städten der Vergangenheit an. Durch den Wegfall der meisten Dieselfahrzeuge und dem Abnehmenden Benzinverkehr ist der Geruch entlang der Straße ebenfalls deutlich angenehmer als zum Beispiel in Deutschland mit dem noch immer vorherrschenden Dieselverkehr. 

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